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Versagen auf ganzer Linie

Zur Zeit können wir verstärkt beobachten, wie wir nach Strich und Faden veräppelt werden. Anlass sind die aktuellen Ereignisse im Finanzsektor.

Halten wir fest: es sind im Prinzip alle Länder verschuldet, weil es deren “Eliten” nicht besser können. Falls wir nachsichtig sind könnten wir uns auf ein “nicht besser wollen” verständigen.

Es ist ja nicht gerade so, dass Finanzierungsprobleme eine neue Erscheinung sind; es gibt sie seit für Leistungen Geld gezahlt wird, meistens, in der Vergangenheit, für Kriege.

Man kann auch behaupten, dass politische Eliten unfähig sind mit Geld umzugehen, oder gar, dass es gar nicht ihre Absicht ist.

Wie sollte man seinen Bürgern denn auch plausibel erklären, dass sie den Gürtel enger schnallen müssen, wenn die Staatskasse nicht leer oder total verschuldet ist?

So kann man den Konzernen und deren Investoren das Geld ganz ungeniert zuschieben. Man verhökert, d.h. privatisiert, Staatseigentum, und die Bürger zahlen dafür zukünftig halt direkt an einen Konzern.

Welche Daseinsberechtigung hat eigentlich ein Staat, wenn er seinen Aufgaben nicht nachkommt? Warum leisten wir uns einen Apparat, der strenggenommen überflüssig ist, einen Apparat, der nichts anderes tut, als den Willen des Kapitals für uns dumme Menschen in einer Sprache zu präsentieren, dass wir uns dabei auch noch wohl fühlen können?

Wir regen uns über die Umverteilung von unten nach oben auf, und das war’s dann? Haben vielleicht noch selber ein Aktiendepot?
Was muss passieren, damit wir aktiv Änderungen einfordern?

Wenn es anders herum ist, d.h. die Politiker erpresst werden, dann sollen sie halt den Spieß umdrehen. Wenn ein Konzern wie Bayer damit droht, ins Ausland umzuziehen, dann darf er hier entweder nichts mehr verkaufen, bzw. die Produkte werden mit saftigen Aufschlägen versehen, China macht es so, also ist es prinzipiell möglich.

Ja, ich weiß, dass dies nicht passieren wird: das System existiert autonom, d.h. die Repräsentanten wurden erfolgreich korrumpiert, und/oder erfolgreich einer “Gehirnwäsche” unterzogen, also haben das eigene ich zugunsten ihrer Funktion aufgegeben, und tun deshalb alles für ihren Machterhalt.

Der Sinn und Zweck eines Gesellschaftssystem ist längst unwichtig geworden; das System ist schon längst zum Selbstzweck geworden.

Unsere sogenannten “Eliten” bilden quasi eine Schicksalsgemeinschaft. Noch brauchen sie den Rest der Menscheit, da noch nicht der gesamte Produktionsprozess auf Maschinen umgestellt werden kann.
Sobald dies allerdings möglich ist gibt es für diese Gruppe keinen Bedarf mehr an uns.

Wir dürfen nicht vergessen, dass eine wichtige Eigenschaft der “Eliten” die Skrupellosigkeit ist, dass sie bereit sind über Leichen zu gehen. Alle in einen Bunker, und den Rest auslöschen?

Unsere “Eliten” versagen an ihrer Aufgabe, und wir versagen daran, dagegen Widerstand zu leisten.

Markus Ernst

Wo ist nur das ganze Geld?

Geht Europa pleite? Wir hören viel davon, dass Europa gerettet werden muss. Wenn erst einmal Griechenland pleite ist, kann dies andere Länder anstecken, und dann ist Europa irgendwann ebenso bankrott.

Vorher wird der Steuerzahler geschröpft und geschröpft, bis der dann ebenso bankrott ist. Und irgendwann sind quasi alle Staaten und Privatpersonen bankrott…

Ich frage mich da, wie lange dieses Spielchen gespielt werden soll; bis zum bitteren Ende? Warum muss der Steuerzahler haften, wenn Banken an dem unternehmerischen Risiko scheitern?

Noch interessanter wird natürlich die Frage sein, wie wir ein Leben ohne Geld führen werden… oder werden wir von China vorher aufgekauft werden? Das Letztere würde das Ganze nochmals verzögern.

Das Problem ist ganz klar das Geld, und wer wem diktieren kann, was damit getan wird.

China wäre in sofern eine wirtschaftlich interessante Alternative, als anscheinend dort der Staat die wirtschaftlichen Zügel fest in der Hand hat; in der westlichen Welt ist es ja genau umgekehrt. Zudem kommt das Problem, dass es keine europäische Regierung gibt, und die Einzelstaaten alle woanders hin wollen, und vor allem will jeder derjenige Held sein, der Europa rettet, auf keinen Fall darf es jemand anders sein. Sarkozy vs. Merkel ist ja zur Zeit wieder mal ein beliebtes Duell, wobei keiner von beiden an einer langfristigen Lösung, die den Kapitalismus womöglich auch noch auf neue Beine stellt, interessiert ist.

Und was machen die Banken? Die jagen munter neuen Traumrenditen hinterher, und wenn’s schiefgeht?

Mein Vorschlag: die Banken ab sofort nicht mehr retten. Die Banken sollen gefälligst selbst schauen, wie sie den Karren wieder aus dem Dreck bekommen, und wenn sie es nicht schaffen, dann wird der Markt schon eine Lösung finden.

Alternativ sollte der Staat (am Besten alle Staaten) die Banken einfach enteignen, und in eine gemeinnützige Gesellschaft überführen. Das würde schon einige Probleme zukünftig vermeiden. Dafür aber müssten viele Mächtige ihre Macht aufs Spiel setzen, und das wird nicht passieren.

Also doch eine europaweite Revolution? Wahrscheinlich schon, da die Regierungen nur versuchen den Status quo aufrecht zu erhalten, und das irgendwann nicht mehr “gut” gehen wird. Griechenland und Spanien geben einen kleinen Vorgeschmack darauf, wie es bald in noch mehr Ländern ausschauen kann.

Jedes System kommt irgendwann an seine Grenzen, und wir sind an die finanziellen Grenzen gekommen, um das aktuelle System aufrechtzuerhalten. Wie es bei solchen Konstellationen weiter geht, läßt sich in jedem besseren Geschichtsbuch x-mal nachlesen.

Markus Ernst

Ablenkungsmanöver

Zur Zeit wird uns wieder allerhand geboten: die USA tötet in einem Akt von Selbstjustiz den größten Terroristen aller Zeiten(GrTaZ), nochmals die USA fertigen DSK in Rekordzeit ab, und bei uns erfahren wir, dass nicht die Firmen in neue Innovationen und Technologien investieren brauchen, da diese Aufgabe dankenswerterweise vom Steuerzahler übernommen wird.

Bei soviel Schlagzeilen muss ich mich jedoch fragen, wovon abgelenkt werden soll, bzw. welche wichtigeren Nachrichten untergehen.

Bei Osama wird bald noch ein Rosenkranz und eine Bibel gefunden werden, DSK, so wird der Staatsanwalt beweißen, machte gerne mal den “Eisley”, und die Automobilindustrie wird auch in Zukunft Innovationen erst dann einführen, wenn das Entwicklungsrisiko aus Steuerngeldern bezahlt wird; da freut sich der Aktionär.

Ist vielleicht die Bundeswehrreform das eigentlich… ach, Quatsch. Muß wohl irgendwas mit Europa sein, was zur Zeit nicht in die Schlagzeilen soll.

Ist ja auch innenpolitisch ein bißchen was geboten, da der Rösler den Wellenreiter (früher “Seepferdchen”) und der Kretschmann den Joschka macht. Deutschlands Position zur Atomkraft mit einem entschiedenen vielleicht rundet das Bild ab.

Innenpolitisch ist man zur Zeit sowieso damit beschäftigt sich von KTG und anderen Doktoren zu distanzieren. Was bleibt? Eher nicht viel, und das ist eher beunruhigend.

Also: was ist da los? Sehe ich den Wald vor lauter Bäumen nicht? Was hecken unsere Volksvertreter gerade wieder aus?

Markus Ernst

Uneinsichtigkeit

Ich verstehe manchmal uns Menschen nicht: Sachverhalte, die geklärt scheinen, werden wieder diskutiert. Getreu dem Motto: was interessiert mich mein Geschwätz von gestern.

Nehmen wir mal wieder das Thema “Wahlversprechen”: jeder Wähler weiß, dass Wahlversprechen bestenfalls nichts anderes als Absichtserklärungen sind, im Zweifel Lügen. Es spielt dabei auch gar keine Rolle, wie die Partei heißt. Trotzdem werden dem Sieger von Wahlen regelmäßig Brüche von “Wahlversprechen” vorgeworfen, d. h. der Verlierer outet sich auch noch als ein schlechter. Das nervt! Kaum hat man eine Wahl verloren geht das Geschrei schon wieder los.

Wenn man die Regierenden der letzten Jahrzehnte alle an ihren “Wahlversprechen” messen würde, dann käme dabei ein desaströses Ergebnis heraus.

Vielmehr sollten nach Möglichkeit sachliche Diskussionen geführt, und der Bürger ausreichend informiert werden. Das schließt auch mit ein die Bürger zu informieren, wo die “Reise” langfristig hingehen soll. Momentan haben wir da einen Haufen Krawallbrüder und -schwestern, die zum einen Kommunikationsdefizite, und zum anderen das Wesentliche aus den Augen verloren haben, und so etwas sollen wir dann wählen?

Warum bewegen wir uns im Kreis anstelle uns weiterzuentwickeln? Ist es die reine Bequemlichkeit, oder ist es die Angst vor neuem Terrain? Sonst rät man uns doch auch alte Verhaltensmuster zu durchbrechen, und Politik und auch die Medien, also die Öffentlichkeit, bleibt außen vor?

Es geht doch gar nicht darum alles neu zu erfinden, sondern das bestehende weiterzuentwickeln. Wenn man sich zudem vor Augen hält, dass wir da schon seit Jahrtausenden stagnieren, ist es wirklich mal an der Zeit.

Markus Ernst

Krieg oder Krieg

Wir haben zur Zeit wiedereinmal Krieg. Diesmal schlägt sich die NATO in Libyen rum, der Gegner heißt Gadaffi. Genau, dieser durchgeknallte Despot, der zur Zeit die eigene Bevölkerung bekämpft.

Machen wir uns nichts vor: auch unsere Machthabenden würden die Bundeswehr im Inneren einsetzen, wenn deren Machtbasis bedroht wäre. Allerdings eignet sich dieser Fall hervorragend, um die westliche Hybris vorzuführen.

Deutschland hat ja, in Einklang mit anderen lupenreinen Demokratien, klar gemacht, dass es sich an diesem Krieg nicht beteiligen wird. Nein, wir müssen uns keine Sorgen machen: der Grund liegt selbstverständlich nicht darin, dass unsere Machthaber Krieg als Mittel ablehnen. Es ist zum Einen eine Kostenfrage, zum anderen war ja die Hochphase des Wahlkampfes, und außerdem sind die Ressourcen in Libyen für uns nicht so wichtig, als dass wir da Soldaten hinschicken, und ferner ist unsere Bundeswehr mit ihren derzeitigen Kriegsbeteiligungen eh an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt.

Menschenrechte? Die interessieren Politiker per definitionem nicht.

Nichtsdestotrotz: wann ist ein Krieg gerechtfertigt, meinetwegen auch mit vorangehenden wirtschaftlichen Sanktionen? Nur dann, wenn das eigene wirtschaftliche Interesse betroffen ist. China? Na gut, darüber brauchen wir nicht sprechen; die chinesischen Machthaber könnten ihre halbe Bevölkerung abschlachten, außer einer Protestnote würde von der Weltgemeinschaft nichts passieren. Der Nahe Osten, also meinetwegen Saudi Arabien, Bahrein, etc.? Ach, das tut doch nicht Not, die haben soviel Öl und Geld, das wir brauchen, und ja auch bekommen. Sudan? Uninteressant; außerdem sind die Chinesen dort, die wollen keinen Krieg, jedenfalls keinen mit Waffengewalt….

Es gibt ja auch Zeitungen die sagen, dass der Einsatz in Libyen falsch ist, da die rechtliche Grundlage fehlt. Merke: die Grundlage besteht dann, und nur dann, wenn, wie oben beschrieben, wirtschaftliche Interessen betroffen sind. Das war so, das ist so, und das wird auch so bleiben.

Soweit so gut. Oder auch nicht. Wir leben zwar in einer kapitalistischen Welt, aber warum? Um die Produktion und Allokation von Gütern sicherzustellen. Warum? Damit es der “Gesellschaft besser geht”. Das Problem ist, dass sich der Kapitalismus zum Selbstzweck entwickelt hat. Die Gesellschaft, für die der Kapitalismus da sein sollte, ist mittlerer weile für den Kapitalismus da.

Es wäre schön, wenn der Mensch, bzw. die Menschen, für die das Ganze veranstaltet wird, wieder in den Mittelpunkt rückte(n). Leider haben unsere Politiker vergessen, von wem sie offiziell die Macht erhalten. In BaWü kann man dieses Phänomen gerade bewundern: nach dem Machtverlust der CDU/FDP beklagt sich die Wirtschaft schon einmal prophylaktisch bzw. warnt vor unternehmerisch unbequemen Entscheidungen. Die gleichen Unternehmer übrigens, die spätestens seit der Einführung des Euro eine Lohnnullrunde nach der anderen hinlegen, ihre Gewinne seitdem allerdings massiv gesteigert haben. Nehmen und geben ist “out”, “in” ist nur das “Nehmen”.

Die Menschen werden wie eine erneuerbare ausbeutbare Ressource behandelt, da ist es dann auch nicht weiter schlimm, wenn ein paar auf der Strecke bleiben. So ähnlich verhält es sich auch mit dem Interesse der Volksvertreter Menschenrechtsverletzungen in anderen Ländern, oder auch im eigenen Land, gegenüber. Verluste gibt es immer, aber so lange der Profit stimmt, ist ja alles in bester Ordnung.

Man zieht einfach die Schrauben so weit an, wie es irgendwie geht, und schreitet erst dann ein, wenn überhaupt, wenn es bereits zu spät ist. Im Zweifel denken sich die Politiker, die Unternehmer sowieso: Augen zu und durch.

Ist ein Krieg niemals gerechtfertigt? Ich träume von einer Welt ohne Gewalt, und zwar alleine aufgrund der Einsicht der Menschen. Allerdings stehe ich da wohl, wenn wahrscheinlich auch nicht ganz, doch recht alleine da.

Das Problem sind da auch eher unsere vereinigten Machthaber als deren Bevölkerungen: haben diese Machthaber ein Interesse daran ein System konsequent zu isolieren? Diese könnte ja sagen: macht ihr doch, was ihr wollt. Falls ihr jedoch in irgendeiner Form mit uns Handel treiben wollt, müsst ihr euch an bestimmte Grundregeln halten.

Das Problem wird offensichtlich: die anderen formulieren zwar nicht unbedingt großartig Bedingungen, bieten allerdings derart gute finanzielle Möglichkeiten an, dass die Moral außen vor bleibt. Das Ergebnis kenne wir ja.

Markus Ernst