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Einer geht noch, einer geht noch…

Es ist wieder einmal so weit: wir bekommen einen neuen Grüßaugust, der alte hat ausgedient.
Was ist da nur passiert? Der alte war gefühlte 3 Wochen im Amt, und schon ist er samt seiner besseren Hälfte Geschichte. Er war einfach nicht clever genug.

Als Bundespräsident muss man den Souverän pflegen und hegen. Das heißt, dass man die Presse bei Laune halten muß. Was gar nicht geht ist, diese zu attackieren.

Wir erinnern uns: unsere Presse hat sich selber zur vierten Gewalt im Staate erklärt. Sie alleine entscheidet darüber, wer im Lande etwas zu melden hat, und wer nicht. Sie stellt de facto die öffentliche Meinung dar, und korrigiert diese gegebenenfalls, falls das Fußvolk Zweifel hat.

Aktuell hat die Bundespresse entschieden, dass Herr Wulff nicht mehr tragbar ist. Das war mir zwar schon vor der Ernennung klar, aber das ist eine andere Geschichte.

Unsere Bundespresse reflektiert die öffentliche Meinung, also sich selber. Da Herr Wulff dies nicht gebührend berücksichtigt hatte, ist er Geschichte geworden, und muß sich gar von einem Herrn Scheel anpöbeln lassen.

Was hat eigentlich der arme Mann getan? Er hat das getan, was alle anderen vor ihm auch schon getan haben. Der Fehler war nur, Herrn D. anzurufen. Der andere Fehler war, dass er zum Einen sich zur Verfügung gestellt hatte, und zum Anderen, dass seine Vergangenheit “geleakt” wurde.

Mal ganz ehrlich: Vorteilnahme im Amt. Das macht doch jeder Politiker, egal ob im Gemeinderat oder im Bundeskanzleramt. Das macht doch strenggenommen fast jeder.

Ist in der Regel allerdings kein Problem, weil entweder die Beteiligten still halten, und/oder die Presse keine Beute sieht.

Seit der Spiegelaffäre wissen wir ja, mit welcher Selbstherrlich- und Selbstgerechtigkeit sich die Presse selber sieht. Herr Augstein hatte damals in seiner “jugendlichen Naivität” erklärt, dass er alles tun werde, um eine Kanzlerschaft von FJS zu verhindern. Das mag vielen, aus anderen Gründen, gefallen haben, ist allerdings gleichzeitig im höchsten Maße undemokratisch.

Wer kontrolliert eigentlich die Medien auf ihrem Egotrip? Wieso können denn die “anerkannten” Medien nicht neutral berichten? Ganz klar, es geht wie immer ums Geld. Anzeigenkunden wollen bedient werden, man braucht ein Alleinstellungsmerkmal, die Konkurrenz ist so hart, etc. pp. Sozusagen eine Vorteilnahme der Presse im Amt. Nur das die Presse kein Amt inne hat. Wie bequem.

Im Endeffekt kontrollieren wir alles. Über unsere (monetären) Ausgaben. Nur lassen wir uns anstelle selber die Kontrolle auszuüben weitestgehend von der Presse kontrollieren. Wenn wir die Kontrolle wieder übernähmen, und mal ganz ehrlich: jeder will die Kontrolle haben, dann bekommen wir auch die Politiker und damit die Politik, die wir haben wollen. Wenn wir die Presse machen lassen, wie zur Zeit, sehen wir ja tagtäglich, was uns das einbrockt. Ok, es gibt Menschen, die stehen darauf, aber die sind hoffentlich in der Minderheit.

Und was macht die Presse aktuell? Alle toll, alle vorbildhaft, tolle Taktiererei, der Präsident der Herzen, der Ehrliche, kotzwürg.

Markus Ernst

Versagen auf ganzer Linie

Zur Zeit können wir verstärkt beobachten, wie wir nach Strich und Faden veräppelt werden. Anlass sind die aktuellen Ereignisse im Finanzsektor.

Halten wir fest: es sind im Prinzip alle Länder verschuldet, weil es deren “Eliten” nicht besser können. Falls wir nachsichtig sind könnten wir uns auf ein “nicht besser wollen” verständigen.

Es ist ja nicht gerade so, dass Finanzierungsprobleme eine neue Erscheinung sind; es gibt sie seit für Leistungen Geld gezahlt wird, meistens, in der Vergangenheit, für Kriege.

Man kann auch behaupten, dass politische Eliten unfähig sind mit Geld umzugehen, oder gar, dass es gar nicht ihre Absicht ist.

Wie sollte man seinen Bürgern denn auch plausibel erklären, dass sie den Gürtel enger schnallen müssen, wenn die Staatskasse nicht leer oder total verschuldet ist?

So kann man den Konzernen und deren Investoren das Geld ganz ungeniert zuschieben. Man verhökert, d.h. privatisiert, Staatseigentum, und die Bürger zahlen dafür zukünftig halt direkt an einen Konzern.

Welche Daseinsberechtigung hat eigentlich ein Staat, wenn er seinen Aufgaben nicht nachkommt? Warum leisten wir uns einen Apparat, der strenggenommen überflüssig ist, einen Apparat, der nichts anderes tut, als den Willen des Kapitals für uns dumme Menschen in einer Sprache zu präsentieren, dass wir uns dabei auch noch wohl fühlen können?

Wir regen uns über die Umverteilung von unten nach oben auf, und das war’s dann? Haben vielleicht noch selber ein Aktiendepot?
Was muss passieren, damit wir aktiv Änderungen einfordern?

Wenn es anders herum ist, d.h. die Politiker erpresst werden, dann sollen sie halt den Spieß umdrehen. Wenn ein Konzern wie Bayer damit droht, ins Ausland umzuziehen, dann darf er hier entweder nichts mehr verkaufen, bzw. die Produkte werden mit saftigen Aufschlägen versehen, China macht es so, also ist es prinzipiell möglich.

Ja, ich weiß, dass dies nicht passieren wird: das System existiert autonom, d.h. die Repräsentanten wurden erfolgreich korrumpiert, und/oder erfolgreich einer “Gehirnwäsche” unterzogen, also haben das eigene ich zugunsten ihrer Funktion aufgegeben, und tun deshalb alles für ihren Machterhalt.

Der Sinn und Zweck eines Gesellschaftssystem ist längst unwichtig geworden; das System ist schon längst zum Selbstzweck geworden.

Unsere sogenannten “Eliten” bilden quasi eine Schicksalsgemeinschaft. Noch brauchen sie den Rest der Menscheit, da noch nicht der gesamte Produktionsprozess auf Maschinen umgestellt werden kann.
Sobald dies allerdings möglich ist gibt es für diese Gruppe keinen Bedarf mehr an uns.

Wir dürfen nicht vergessen, dass eine wichtige Eigenschaft der “Eliten” die Skrupellosigkeit ist, dass sie bereit sind über Leichen zu gehen. Alle in einen Bunker, und den Rest auslöschen?

Unsere “Eliten” versagen an ihrer Aufgabe, und wir versagen daran, dagegen Widerstand zu leisten.

Markus Ernst

Wo ist nur das ganze Geld?

Geht Europa pleite? Wir hören viel davon, dass Europa gerettet werden muss. Wenn erst einmal Griechenland pleite ist, kann dies andere Länder anstecken, und dann ist Europa irgendwann ebenso bankrott.

Vorher wird der Steuerzahler geschröpft und geschröpft, bis der dann ebenso bankrott ist. Und irgendwann sind quasi alle Staaten und Privatpersonen bankrott…

Ich frage mich da, wie lange dieses Spielchen gespielt werden soll; bis zum bitteren Ende? Warum muss der Steuerzahler haften, wenn Banken an dem unternehmerischen Risiko scheitern?

Noch interessanter wird natürlich die Frage sein, wie wir ein Leben ohne Geld führen werden… oder werden wir von China vorher aufgekauft werden? Das Letztere würde das Ganze nochmals verzögern.

Das Problem ist ganz klar das Geld, und wer wem diktieren kann, was damit getan wird.

China wäre in sofern eine wirtschaftlich interessante Alternative, als anscheinend dort der Staat die wirtschaftlichen Zügel fest in der Hand hat; in der westlichen Welt ist es ja genau umgekehrt. Zudem kommt das Problem, dass es keine europäische Regierung gibt, und die Einzelstaaten alle woanders hin wollen, und vor allem will jeder derjenige Held sein, der Europa rettet, auf keinen Fall darf es jemand anders sein. Sarkozy vs. Merkel ist ja zur Zeit wieder mal ein beliebtes Duell, wobei keiner von beiden an einer langfristigen Lösung, die den Kapitalismus womöglich auch noch auf neue Beine stellt, interessiert ist.

Und was machen die Banken? Die jagen munter neuen Traumrenditen hinterher, und wenn’s schiefgeht?

Mein Vorschlag: die Banken ab sofort nicht mehr retten. Die Banken sollen gefälligst selbst schauen, wie sie den Karren wieder aus dem Dreck bekommen, und wenn sie es nicht schaffen, dann wird der Markt schon eine Lösung finden.

Alternativ sollte der Staat (am Besten alle Staaten) die Banken einfach enteignen, und in eine gemeinnützige Gesellschaft überführen. Das würde schon einige Probleme zukünftig vermeiden. Dafür aber müssten viele Mächtige ihre Macht aufs Spiel setzen, und das wird nicht passieren.

Also doch eine europaweite Revolution? Wahrscheinlich schon, da die Regierungen nur versuchen den Status quo aufrecht zu erhalten, und das irgendwann nicht mehr “gut” gehen wird. Griechenland und Spanien geben einen kleinen Vorgeschmack darauf, wie es bald in noch mehr Ländern ausschauen kann.

Jedes System kommt irgendwann an seine Grenzen, und wir sind an die finanziellen Grenzen gekommen, um das aktuelle System aufrechtzuerhalten. Wie es bei solchen Konstellationen weiter geht, läßt sich in jedem besseren Geschichtsbuch x-mal nachlesen.

Markus Ernst

Ablenkungsmanöver

Zur Zeit wird uns wieder allerhand geboten: die USA tötet in einem Akt von Selbstjustiz den größten Terroristen aller Zeiten(GrTaZ), nochmals die USA fertigen DSK in Rekordzeit ab, und bei uns erfahren wir, dass nicht die Firmen in neue Innovationen und Technologien investieren brauchen, da diese Aufgabe dankenswerterweise vom Steuerzahler übernommen wird.

Bei soviel Schlagzeilen muss ich mich jedoch fragen, wovon abgelenkt werden soll, bzw. welche wichtigeren Nachrichten untergehen.

Bei Osama wird bald noch ein Rosenkranz und eine Bibel gefunden werden, DSK, so wird der Staatsanwalt beweißen, machte gerne mal den “Eisley”, und die Automobilindustrie wird auch in Zukunft Innovationen erst dann einführen, wenn das Entwicklungsrisiko aus Steuerngeldern bezahlt wird; da freut sich der Aktionär.

Ist vielleicht die Bundeswehrreform das eigentlich… ach, Quatsch. Muß wohl irgendwas mit Europa sein, was zur Zeit nicht in die Schlagzeilen soll.

Ist ja auch innenpolitisch ein bißchen was geboten, da der Rösler den Wellenreiter (früher “Seepferdchen”) und der Kretschmann den Joschka macht. Deutschlands Position zur Atomkraft mit einem entschiedenen vielleicht rundet das Bild ab.

Innenpolitisch ist man zur Zeit sowieso damit beschäftigt sich von KTG und anderen Doktoren zu distanzieren. Was bleibt? Eher nicht viel, und das ist eher beunruhigend.

Also: was ist da los? Sehe ich den Wald vor lauter Bäumen nicht? Was hecken unsere Volksvertreter gerade wieder aus?

Markus Ernst

Uneinsichtigkeit

Ich verstehe manchmal uns Menschen nicht: Sachverhalte, die geklärt scheinen, werden wieder diskutiert. Getreu dem Motto: was interessiert mich mein Geschwätz von gestern.

Nehmen wir mal wieder das Thema “Wahlversprechen”: jeder Wähler weiß, dass Wahlversprechen bestenfalls nichts anderes als Absichtserklärungen sind, im Zweifel Lügen. Es spielt dabei auch gar keine Rolle, wie die Partei heißt. Trotzdem werden dem Sieger von Wahlen regelmäßig Brüche von “Wahlversprechen” vorgeworfen, d. h. der Verlierer outet sich auch noch als ein schlechter. Das nervt! Kaum hat man eine Wahl verloren geht das Geschrei schon wieder los.

Wenn man die Regierenden der letzten Jahrzehnte alle an ihren “Wahlversprechen” messen würde, dann käme dabei ein desaströses Ergebnis heraus.

Vielmehr sollten nach Möglichkeit sachliche Diskussionen geführt, und der Bürger ausreichend informiert werden. Das schließt auch mit ein die Bürger zu informieren, wo die “Reise” langfristig hingehen soll. Momentan haben wir da einen Haufen Krawallbrüder und -schwestern, die zum einen Kommunikationsdefizite, und zum anderen das Wesentliche aus den Augen verloren haben, und so etwas sollen wir dann wählen?

Warum bewegen wir uns im Kreis anstelle uns weiterzuentwickeln? Ist es die reine Bequemlichkeit, oder ist es die Angst vor neuem Terrain? Sonst rät man uns doch auch alte Verhaltensmuster zu durchbrechen, und Politik und auch die Medien, also die Öffentlichkeit, bleibt außen vor?

Es geht doch gar nicht darum alles neu zu erfinden, sondern das bestehende weiterzuentwickeln. Wenn man sich zudem vor Augen hält, dass wir da schon seit Jahrtausenden stagnieren, ist es wirklich mal an der Zeit.

Markus Ernst