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Roland Koch reloaded

Nun ist es fast wieder soweit: in Hessen wird am Sonntag, wieder einmal, gewählt. Wir erinnern uns: vor einem Jahr bezog unser hessischer Schwarzgeldverwalter eine schwere Klatsche durch den Wähler, der ihn loswerden wollte. Ferner erinnern wir uns daran, wie die Parteien unfähig waren neue Koalitionsmöglichkeiten einzugehen, eines der Hauptprobleme hat einen Namen, und dieser Name lautet Koch. Auch die Versuche der Frau Ypsilanti doch eine Regierungskoalition aufzustellen, die vom Wählerauftrag gedeckt war, werden uns lange in Erinnerung bleiben.

Die einzelnen Versuche eine Regierung zu stellen sind aus mehreren Gründen gescheitert, die alle eine Gemeinsamkeit haben: überall wird zwangsläufig der Name Koch auftauchen, auch wenn man es auf den ersten Blick gar nicht vermutet. Die CDU hatte vor einem Jahr einen üblen Wahlkampf geliefert, und so unter anderem verhindert, dass die Grünen mit der CDU eine Koalition eingehen. Der Grund heißt Koch. Die FDP hatte sich bereits frühzeitig darauf festgelegt, dass sie nur noch als linker Flügel der CDU auftritt, etwas, was sie dieses Jahr fortsetzt. Warum die FDP nicht gleich geschlossen in der CDU aufgeht hat wahrscheinlich strategische Gründe. Auch die FDP also besteht auf einem Ministerpräsidenten Koch. Und dieser Herr Koch zeichnet sich auch dafür verantwortlich, dass Frau Ypsilanti gleich zweimal gescheitert ist. Das Thema Neuwahlen, dass die CDU/FDP sehr schnell nach der letzten Wahl auf den Tisch brachten, scheiterte erst einmal daran, dass Frau Ypsilanti nicht mitmachte. So ein Ärger aber auch. Gemeinsam mit der Presse und genügend Ausharrungsvermögen konnte die CDU/FDP um Koch diesen Versuch, ihn (Koch) quasi abzusetzen, abwehren.

Nun steht eben dieser Herr Koch davor, wieder ordentlicher Ministerpräsident zu werden. Sein Machterhaltungstrieb kennt keine Grenzen. Lustiger Weise hielt man Frau Ypsilanti vor zu machtgeil zu sein. Ja Herr Koch, wer, wenn nicht Sie, muss das beurteilen können? Sie strotzen nur so vor Machtgeilheit! Ihnen ist der Wähler vollkommen egal, solange er Sie wählt! Sie haben die Chuzpe Frau Ypsilanti Wortbruch vorzuwerfen, und sind selber ein Lügner. Sie haben die Gelder der Schwarzgeldkassen, die Sie verwaltet haben, als jüdische Vermächtnisse deklariert. Zu Ihrem Pech hat das die jüdische Gemeinde empört zurückgewiesen. Nicht nur dass Sie Gesetze gebrochen haben, Sie haben sich dann auch noch rauswinden wollen, und die Verantwortung anderen aufbürden wollen. Sie verhalten sich wie die Wirtschaftsbosse: wenns gut läuft, dann liegts an Ihnen, wenn es schlecht läuft oder etwas illegales passiert, dann stehlen Sie sich aus Ihrer Verantwortung. Sie wollen wieder “Landesvater”, der ja auch eine Vorbildfunktion hat, werden? Als welches Vorbild wollen Sie den wirken? Als Lügner? Als Gesetzesbrecher? Als selbstherrlicher und selbstgerechter Landesfürst?

Ich für meinen Teil werde, wie bereits angekündigt, meinen Stimmzettel ungültig machen!

Markus Ernst

Comments

Comment from Ernesto41
Time 14. Januar 2009 at 12:41

Das Verhalten der Politiker repräsentiert das Verhalten unserer Gesellschaft. Sie sind nicht besser und nicht schlechter als der Gesellschafts-Durchschnitt. Also sollte man Machtgier, Wahrhaftigkeit, etc., nicht nur an einer (exponierten) Person oder einem einzelnen Politiker festmachen.

Comment from 7schläfer
Time 14. Januar 2009 at 13:06

Das ist richtig, nur haben diese exponierten Personen aufgrund der Macht, die sie von der Gesellschaft verliehen bekommen haben, eine besondere Verantwortung und auch eine Vorbildsfunktion.
Dies gilt ganz besonders für die Politiker, die das “C” in ihrem Parteinamen haben, aber nicht danach handeln.

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