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Change

In fast einer Woche ist es soweit, und der Change, von dem man sicher sein kann, dass er tatsächlich passieren wird, findet statt: Herr Obama wird zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika vereidigt, mit dem jetzigen Präsidenten G.W. Bush in der ersten Reihe. Um ersteren ist es in der jüngsten Vergangenheit recht ruhig geworden, nachdem er unmittelbar nach seinem Wahlsieg noch groß auf den Putz gehauen hat. Natürlich nur bei den Themen, bei denen er gut abschneiden konnte, die unangenehmen Aufgaben hat er Bush überlassen, wie zum Beispiel die aktuelle Eskalation im Nahost-Konflikt.

Letzterem, G.W., konnte ich heute in einem Interview mit Larry King auf CNN zuhören. Falls Obama dieses Interview sieht oder bereits gesehen hat, sollte er genau zuhören, wie jeder andere natürlich auch. Obama hat im Endeffekt gute Tipps bekommen, was man als Präsident zu tun hat. Alle anderen werden die Gewißheit bekommen, dass von dem versprochenen Change in der Tat nicht viel zu sehen sein wird. Die Aufgabe des Präsidenten ist es, die Interessen des amerikanischen Volkes zu vertreten, und auch dessen Sicherheit zu garantieren. Obama wird also die gleichen Entscheidungen treffen wie Bush, ausser dass er diese Entscheidungen noch mit Geschenkpapier und einem rosa Schleifchen versieht.

Eine Aussage Bush’s fand ich besonders interessant. Auf die Frage, was er von den Umfrageergebnissen hält, antwortete Bush, dass ihn diese Werte genauso tangieren, wie die als er im 90+% Bereich war. Er habe seine Entscheidungen nicht an Umfrageergebnisse geknüpft, ansonsten könne man als Präsident gleich einpacken. Der einzige Zeitpunkt, an dem ihn seine Popularität interessiert hat, war der Tag der Wahl. Analog bei Obama: er hat alles dafür getan, dass er am Wahltag, und schon vorher, die besten Ergebnisse hatte. Jetzt muss Obama nicht für gute Umfragewerte sorgen, sondern dafür, dass er seinen Job für die USA sogut wie möglich erledigt. Schon alleine deswegen kann er die Irakpolitik beispielsweise kaum ändern. Ein Ziel der Terroristen ist/war ja, ein ganzes Land zu kontrollieren, da sich so ihre Ziele leichter verwirklichen lassen. Nach Afghanistan war das erklärte Ziel der Irak, nachdem die USA die Region destabilisiert hatten, taten diese Menschen alles mögliche, um das Land in einen Bürgerkrieg zu stürzen. Daran allerdings kann die USA kein Interesse haben, und deshalb kann ein möglicher Truppenabzug entweder nur dann stattfinden, wenn sich Ersatz findet, oder wenn die Bedrohung wegfällt. Beides sehe ich für die nahe Zukunft (8-10 Jahre) als nicht möglich an. Falls doch, wird es sicherlich als Erfolg der Change-Politik dargestellt werden. Wir werden es ja innerhalb der nächsten 16 Monate sehen.

In einem CBS-Interview nach der Wahl hat ja Obama nicht nur den Abzugszeitraum von 16 Monaten bestätigt (wenn auch in eingeschränkter Form), sondern auch betont, dass er das Terrornetzwerk auslöschen möchte. Also alles wie gehabt. Die wirklich interessanten Fragen werden wir allerdings nie beantwortet bekommen: wie hätte sich Obama in einem Wahlkampf gegen G.W.Bush geschlagen, und welche Maßnahmen hätte Obama ergriffen, wenn er in der gleichen Situation gewesen wäre, wie Bush 2001.

Der Krieg “gegen den Terror” wird auf jeden Fall auch unter Obama fortgesetzt werden!

Markus Ernst

Comments

Pingback from Überwachungsfreak Mehdorn als potentieller Nacktscanner-Käufer? Blogschau (2/I)
Time 3. Februar 2009 at 02:37

[...] und dem “Kampf gegen die Krise” aufgesessen, die einige Medien so gern publizieren? Markus Ernst sieht Obama den Krieg gegen den Terror ebenfalls [...]

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